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Donnerstag, 2. Januar 2020

Mutmaßungen über die Ursprünge (1610-1779)

Auch um dem mörderischen Rassenwahn der Nazis entgegenzuwirken, sei die Hypothese einer Abstammung der Posener Kaempfers jüdischen Glaubens vom evangelischen Pastor Johannes Kemper (1610-1682) erwähnt, dessen Sohn aus erster Ehe (1) der einstmals berühmte Forscher und Reisende Engelbert Kaempfer (1651-1716) war. Nach Gerhard Petzold, einem Cousin meines Vaters Wolfgang Kaempfer, der seine durchaus ernstzunehmenden Recherchen über die Familie in einem elf Seiten langen Bericht festgehalten hat (GPK), stammen die Posener Kaempfers von einem Sohn aus zweiter Ehe (2) dieses Lemgoer Pastors ab. Nun wird aber der von Gerhard als „unser Ahnherr“ vorgestellte jüngere Halbbruder Engelberts in seinem Bericht Christian genannt, obwohl es unter den der Engelbert-Kaempfer-Forschung (3) bekannten Söhnen Johannes Kempers weder einen Christian noch seinen ebenfalls in Gerhards Bericht erwähnten Bruder Ulrich gibt. Ich zitiere (4):

„Der älteste bekannte Ahn der Familie ist der Magister Johannes Kaempfer (nd. Kemper), der 1610 geboren wurde und bis 1680 als Pastor und Euphorus des Gymnasiums das Predigeramt an der Kirche St. Nicolai in Lemgo ausübte. In erster Ehe war er mit der Tochter seines Amtsvorgängers, Christina Drepper, verheiratet und hatte aus dieser Ehe 3 Kinder. Der älteste Sohn Joachim studierte die Rechte und war später u.a. Bürgermeister in Lemgo und darauf Syndicus zu Goslar, wo er 1710 starb. Der zweite Sohn war der berühmte Forschungsreisende Engelbert Kaempfer, 1651-1716. Er starb ohne Nachkommen. Von dem 3. Kind, einer Tochter, ist nichts Näheres bekannt (5).
    Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete Johannes Kaempfer in zweiter Ehe Adelheid Pöppelmann aus Herford, unsere Stammmutter, mit der er in glücklicher Ehe lebte und sechs gesunde Kinder hatte (6). Übrigens soll das Verhältnis der Stiefgeschwister ebenso gut gewesen sein, wie das Verhältnis der Adelheid Pöppelmann zu den Kindern aus der ersten Ehe ihres Mannes. So nahm z. B. Engelbert den 8 Jahre jüngeren Bruder Andreas, der der Erstgeborene der zweiten Ehe war, 1681 mit nach Polen und Schweden, wo er von früheren Reisen Freunde hatte (7). Andreas hatte wegen der schlechten Finanzlage der Familie das Studium in Jena abbrechen müssen. Durch Vermittlung von Engelbert konnte er es in Schweden beenden. Er wurde ein bedeutender Hebraist und starb 1743 in Billertshausen. (8)
   Johannes Kemper hatte Anfang der [16]70er Jahre ein kleines Bauerngut, den Steinhof in Lieme bei Lemgo gekauft. 1680 siedelte er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt hierhin über.